Einbrüche in Österreich – Kombinierte Nutzung von öffentlichen und privaten Daten

Mitte des Monats war ich auf einer Veranstaltung des Data Market Austria und besonders ein Vortrag von Clara Landler ist mir im Gedächtnis geblieben. Sie sprach unter anderem über das Spektrum der verschiedenen Daten, wie in der Info-Grafik von ODI dargestellt. Eingezeichnet sind dabei die Bereiche, in denen das Open Data Portal (öffentliche Daten / open data) und OwnYourData (private Daten / closed data) tätig sind.

 

Für mich ergab sich dadurch die Frage: Ist es möglich diese Bereiche miteinander zu verbinden? Eine mögliche Anwendung fand sich kurz später in einem Gespräch, bei dem die Idee für einer App mit Einbruchswarnungen aufkam. Ein sehr guter Indikator für einen Einbruch ist, wenn kurz zuvor in der Umgebung bereits eingebrochen wurde. Einbrecher suchen sich anscheinend ein vielversprechendes Zielgebiet aus und schlagen dann mehrfach zu. Kurz erklärt soll die App so funktionieren: ein Benutzer legt seine Adresse im OwnYourData Datentresor ab (= private Information) und für diese Adresse wird täglich überprüft, ob in der Umgebung ein Einbruch stattgefunden hat (=öffentliche Information). Ist das der Fall, wird der Benutzer über den Einbruch in der Nachbarschaft informiert und es können ggf. zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Eine erste Recherche zur Verfügbarkeit von Einbruchdaten in Österreich auf data.gv.at und opendataportal.at ergab aber leider keine Ergebnisse. Lediglich auf der Seite des Innenministeriums gibt es die Polizeiliche Kriminalstatistik Österreich die aber nur Daten der vergangenen Jahre auflistet und dort aggregiert auf Bundesland-Ebene. Also ging ich zur nächsten Polizeidienststelle – in meinem Fall in Bad Vöslau – und erkundigte mich dort, welche Daten bei Einbrüchen erhoben werden. Ich bekam die Information, dass solche Daten geographisch verortet sofort nach dem Eingang einer Anzeige ans Innenministerium weitergeleitet werden.

Ausgestattet mit dem Wissen, dass die Information prinzipiell vorhanden ist, setzte ich die Suche nach öffentlich verfügbaren Einbruchsdaten in Österreich fort. Meine nächste Station war das Forum Informationsfreiheit und deren Webseite FragDenStaat.at. Sehr schnell kann man dort offizielle Anfragen an Behörden in Österreich stellen und dokumentiert das auch gleichzeitig öffentlich. Meine Anfrage ist unter folgender Adresse verfügbar: https://fragdenstaat.at/anfrage/aktuelle-einbruche-in-osterreich/

Innerhalb von 3 Tagen kam eine Antwort vom Bundeskriminalamt:

… [es werden] keine Informationen über den Ort von Einbrüchen oder versuchten Einbrüchen online zeitnah veröffentlicht …

Hier wiederum kam mir Brigitte Lutz vom Magistrat Wien zur Hilfe und verwies auf das Informationsweiterverwendungsgesetz. Paragraph §1 des Gesetzes lautet

Ziel dieses Bundesgesetzes ist die Erleichterung der Weiterverwendung von Dokumenten öffentlicher Stellen, insbesondere um dadurch die Erstellung neuer Informationsprodukte und -dienste zu fördern.

Mit Hinweis auf dieses Gesetz antwortete ich daher auf die erste Stellungnahme des Bundeskriminalamts und erkundigte mich, ob die Informationen über Einbrüche in den Geltungsbereich des Informationsweiterverwendungsgesetzes fallen. Soweit der aktuelle Stand – sobald es Neuigkeiten dazu gibt, werden ich diesen Blogpost aktualisieren!

An alle Leser aber auch die Frage: Welche weiteren Anwendungen fallen euch ein, um einen Bogen zwischen persönlichen und offenen Daten zu spannen? Bitte schickt Vorschläge an feedback@ownyourdata.eu und wir freuen uns, Anwendungen in diesem Bereich zur Verfügung zu stellen!

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